Artikel drucken

05.05.2007

Microsoft will angeblich Yahoo übernehmen

Nach der Übernahme von DoubleClick durch Google, will angeblich Microsoft Portalbetreiber Yahoo für 50 Milliarden US-Dollar übernehmen. Übernahmegerüchte kursierten bereits vor einem Jahr, diesmal meint es Microsoft "ernst", will die New York Post aus Insiderkreisen erfahren haben.

Nach der Übernahme von DoubleClick durch Google und der damit verbundenen Dominanz des Suchmaschinenbetreibers im weltweiten Wachstumsmarkt Online-Werbung, scheint für Microsoft, eine Übernahme von Yahoo (Link: http://www.validome.org/blog/news/Item-126) die einzige Möglichkeit zu sein, Google's Vormarsch im Online-Sektor zumindest zeitweilig Paroli zu bieten. Nachdem Microsoft die rasante Entwicklung des Werbemarktes im Internet regelrecht verschlafen hat und Windows Vista nicht wie geplant einschlagen will (Link: http://www.validome.org/blog/news/Item-134), scheint eine Übernahme von Yahoo, für Redmond die einzig unmittelbar erfolgsversprechende Lösung zu sein, verlorenes Terrain auf Erzrivale Google wieder gutzumachen:

New York Post (Link: http://www.nypost.com/seven/05042007/business/bills_hard_drive_business_peter_lauria_and_zachery_kouwe.htm)
"They're getting tired of being left at the altar," said one banking source who has recently had talks with Microsoft. "They now seem more willing to extend themselves via a transaction to get into the game."

Durch eine Übernahme, würden beide Unternehmen ihre Kräfte im Suchmarkt bündeln, in den USA würden sie zusammengenommen ihre Marktanteile auf 38.4 Prozent erhöhen (Link: http://www.validome.org/blog/news/Item-123), weltweit würden sie mit insgesamt 27 Prozent Google's Dominanz begegnen. Darüber hinaus, haben beide Unternehmen eine riesige Reichweite im Online-Bereich (Yahoo mit 107.8 Millionen und Microsoft mit 95.3 Millionen monatlichen Nutzern allein in den USA), eine Bündelung verschiedener Bereiche, könnte für beide Unternehmen zu positiven Synergieeffekten führen.

Eine mögliche Übernahme birgt allerdings auch enorme Risiken, eine gegenseitige Kannibalisierung mit einhergehenden Verlust der Gesamtreichweite unter den Online-Nutzern, ist laut Forrester eines der unterschätzten Hauptrisiken eines Gemeinschaftsunternehmens. Ein weiteres Hindernis, stellt die parallele Positionierung zweier großer Marken wie MSN mit Microsoft Live und Yahoo dar: Unter einem gemeinsamen Dach, wären Alleinstellungsmerkmale und individuelle Abgrenzung einerseits und Synergieeffekte durch einen gemeinsamen Auftritt andererseits, kaum oder nur schwierig realisierbar, meint Charlene Li (Link: http://blogs.forrester.com/charleneli/2007/05/why_microsoft_y.html) von Forrester Research:

But there is one major reason why I don't think Microsoft executives have the stomach for any sort of brand rationalization -- the continued dual branding of Windows Live and MSN. Each time I have a conversation with Microsoft about Windows Live, I get a different explanation of what it is and how it fits with MSN. If the company can't event figure out its branding strategy with existing properties, I don't hold out much faith that they could do so with a premium brand like Yahoo!

Es gehört zum Zeitgeist, Microsoft tot zu reden, was freilich Blödsinn ist (Link: http://www.validome.org/blog/news/Item-59). Das Problem ist nur, dass sich Microsoft - aus meiner Sicht unverständlicherweise - drängeln lässt und sich "am Abgrund fühlt". Ob allerdings Yahoo die vermeintlich rettende Brücke ist, die Microsoft auf die andere Seite in die Zukunft bringt, dürfte mehr als zweifelhaft sein.