Artikel drucken06.05.2007Studie: US-Soldaten im Irak missachten Zivilisten
Wir allgemein bekannt, ist Krieg ein schmutziges Geschäft. Eine aktuelle Umfrage unter US-Soldaten im Irak bestätigt diese Tatsache, mehr als die Hälfte der Soldaten missachtet bewusst Rechte und Menschenwürde unbeteiligter Zivilisten. Besonders bedenklich: Folter wird nicht selten als legitimes Mittel der Kriegsführung angesehen.
Macht der Krieg aus Menschen Tiere? Könnte man leicht meinen, denn laut Studie ist für mehr als die Hälfte der US-Marines Folter ein legitimes Mittel der Kriegsführung. Zehn Prozent der Befragten Soldaten gebe sogar zu, Zivilisten missbraucht zu haben. Besonders menschenverachtend erscheint in diesem Zusammenhang die Aussage eines "Analysten" von Globalsecurity.org, John Pike behauptet, der Sachverhalt sei völlig normal, da dieses absonderliche Verhalten der US-Soldaten auf "Kriegsstress" beruhe (Link: http://www.editorandpublisher.com/eandp/news/article_display.jsp?vnu_content_id=1003581405): It is disappointing [...] But anybody who is surprised by it doesn't understand war. ... This is about combat stress. Vermeintliche Gewalt- und Terrorbekämpfung (Link: http://www.validome.org/blog/news/Item-85) rechtfertigen keinesfalls Folter, das Menschenbild moderner Gesellschaften beruht auf das Prinzip der unveräußerlichen Würde des Menschen (Link: http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/windexde/KA2005023), insbesondere wenn es sich um (an Kriegshandlungen unbeteiligte) Zivilisten handelt.
Der Krieg scheint wirklich die fortschreitende Verrohung und innere Verwesung von Menschen ans Tageslicht zu fördern. Man sollte es von geistigen Tieffliegern kaum erwarten können, doch spätestens die Lektüre von Dostojewskij hätte auch "Kriegsgestresste" gelehrt, dass jeder Mensch, egal wer er ist oder wie heruntergekommen er sein mag, instinktiv oder im Unterbewußtsein erwarten kann, dass man Respekt für seine Menschenwürde aufbringt. Zumindest in einer zivilisierten Gesellschaft. |