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05.07.2007

Windows Vista - Der fleissige Datensammler

Es gibt eine Menge Gründe, Windows Vista nicht zu installieren. Angefangen vom unsinnigen Hardware-Hunger, über Installationsprobleme unter verschiedenen Hardware-Konfigurationen, bishin  zu Software-Inkompatibilitäten und -Problemen.

Diese allein würden schon genügen, Vista (Link: http://www.validome.org/blog/news/Item-54) gänzlich abzulehnen, in der realen Welt würde man mit einem derartigen Produkt gesteinigt werden. Als wäre dies alles für den normalen Anwender nicht schon ärgerlich genug, glaubt Microsoft offensichtlich, Vista zum Zwecke des Datensammelns nutzen zu können. Microsoft hat über 40 Dienste und Funktionen eingebaut, die fleissig "nach Redmond telefonieren", darunter beispielsweise das Auto Root Update, verschiedene digitale Zertifikate, der Traversal Service (Teredo), etc. vom Windows-Update-Service und anderen aktualisierungsbedürftigen - weil sicherheitstechnisch relevanten - Komponenten gar nicht zu reden. Und da wäre ja noch die berüchtigte Windows-Aktivierung (Link: http://www.validome.org/blog/news/Item-144)...

Weitere fleissige Datensammler mit vorauseilendem Gehorsam und Kommunikationshunger nach Redmond sind weiterhin das Customer-Experience-Improvement Programm (CEIP), der interne Device Manager, FAWS (File Association Web Service), der Input-Method-Editor (IME), das sog. "Installation Improvement Program", der PNRS-Dienst (Peer Name Resolution Service), verschiedene Plug and Play-Extensions, die umstrittenen Rights Management Services (RMS), die Liste der listigen Denunzianten lässt sich fast beliebig fortführen.

Was macht Microsoft mit diesen Daten und vor allem, sind sie einer bestimmten Person oder Organisation zuzuordnen? Marius Oiaga beantwortet diese Frage (Link: http://news.softpedia.com/news/Forget-about-the-WGA-20-Windows-Vista-Features-and-Services-Harvest-User-Data-for-Microsoft-58752.shtml) eindeutig:

What Happens to My Data?

Only God and Microsoft know the answer to that. And I have a feeling that God is going right now "Hey, don't get me involved in this ! I have enough trouble as it is trying to find out the release date for Windows Vista Service Pack 1 and Windows Seven !"

Microsoft behauptet natürlich, das alles wäre zum Wohle der Anwender, darüber hinaus könnte man ja schliesslich den Datentransfer nach Redmond jederzeit unterbinden. Dabei vergisst man zu erwähnen, dass mit diesem selbstgewählten "Kommunikationsverbot", auch der dringend benötigte, automatische Vista-Update unterbunden wird. Der Zynismus, mit dem Microsoft ein derart unausgereiftes Produkt auf dem Rechner des Anwenders reifen lassen möchte und dabei nicht scheut, elementare Datenschutzprinzipien nach eigenem Belieben neu zu definieren, ist hanebüchen.
Es geht nicht darum, Microsoft-Produkte grundsätzlich abzulehnen (Link: http://www.validome.org/blog/news/Item-81), Validome entwickelt beispielsweise ein Haufen Anwendungen in .NET - und es ist auch gut so. Es geht darum, dass man für Windows Vista teures Geld bezahlt und dafür eigentlich ein funktionierendes Betriebssystem und Respekt im Umgang mit den Nutzerdaten erwartet werden kann. Eigentlich...

Da aber Microsoft - gerade bei Vista - eine (bisher) kompromislose Hardliner-Politik verfolgt, werden wir Vista nur zum Testen von Windows-Applikationen nutzen. Und das nur auf einem einzigen Rechner unter VMWare, die Virtualisierungssoftware unterstützt schliesslich seit Anfang Mai auch Windows Vista (Link: http://www.heise.de/newsticker/meldung/89489).
Unfassbar, das...