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19.10.2007

US-Kongress: Blogger sind Journalisten

Das Gesetz über den freien Informationsfluss - Free Flow of Information Act (FFIA) - ist in den USA mit 398 zu 21 Gegenstimmen im Repräsentantenhaus verabschiedet worden. Demnach, werden jetzt Blogger vor dem Gesetz als Journalisten behandelt.

Das Gesetz regelt den Schutz von Informationsquellen und Informanten und schützt die Berichterstatter davor, diese in bestimmten Fällen, offenbaren zu müssen. Der Quellen- bzw. Informantenschutz ist in den USA in den Whistleblower-Gesetzen bereits geregelt, in Deutschland ist der Informantenschutz hauptsächlich durch das diesbezügliche Zeugnisverweigerungsrecht (Link: http://www.informanten.org/index.html?3000_informantenschutz.htm) von Journalisten rechtlich verbrieft.
Das Problem bei der Sache: Die Definition von "Medienvertreter", "Journalist", bzw. "Berichterstatter". Nach dem Wortlaut der jetzt verabschiedeten Fassung, schützt die FFIA (Link: http://mikepence.house.gov/UploadedFiles/onepagesummaryFreeFlow5-07.doc) alle Personen, die in Berichterstattung involviert sind. Der Unterschied zwischen Journalist und Blogger ist faktisch nicht mehr existent (Link: http://arstechnica.com/news.ars/post/20071016-house-passes-federal-journalist-shield-includes-bloggers.html):

In its current form, the law protects only "a person who, for financial gain or livelihood, is engaged in journalism," which involves the "gathering, preparing, collecting, photographing, recording, writing, editing, reporting, or publishing of news or information that concerns local, national, or international events or other matters of public interest for dissemination to the public."

Die Situation der Blogger hinsichtlich Repressalien und Unterdrückung der Informationsfreiheit hat sich nach einem aktuellen Bericht (Link: http://www.rsf.org/IMG/pdf/rapport_en_bd-4.pdf) (PDF-Dokument, 3.46 MB) von Reporter ohne Grenzen (Link: http://www.rsf.org/) in den letzten Jahren kaum gebessert, Informationsgesellschaft und Web 2.0 hin oder her. Eine - auch in der Realität praktizierte - Gleichstellung von Bloggern und Journalisten dürfte die Medienlandschaft und die demokratische Kultur freiheitlich orientierter Gesellschaftsformen entscheidend bereichern und für Web-Publisher eine erhebliche Rechtssicherheit mit sich bringen.

PS: Auch wenn der US-Kongress jetzt Blogger mit Journalisten gleichstellt, gilt dies noch lange nicht umgekehrt: Lanu meint seit geraumer Zeit, Journalisten wären keine Blogger (Link: http://lanu.blogger.de/stories/881279/)...;-)

[Update] Beim Werbeblogger lese ich gerade (Link: http://www.werbeblogger.de/2007/10/19/blogger-sind-die-besseren-journalisten/), Blogger wären sogar die "besseren Journalisten" - da scheint Roland Kühl-v.Puttkamer in der Sache weiter zu sein als das US-Repräsentantenhaus...