Artikel drucken04.12.2007TU Eindhoven: MD5-Checksum ist nicht sicher!
Lange Zeit genoss die MD5-Prüfsumme als bewährtes Mittel zur Integritätsprüfung von Dateien einen hervorragenden Ruf. Damit konnten Nutzer bei einem Datei- oder Programmdownload überprüfen, ob die Datei auf ihrem Rechner unbeschädigt/unverändert angekommen ist.
MD5 (Message Digest Algorithm 5) wurde 1991 von Ronald L. Rivest entwickelt und ist eine kryptographische Hash-Funktion, die einen 128-Bit-Hashwert erzeugt. Die dabei errechnete MD5-Checksum (Prüfsumme, auch md5sum), galt lange Zeit als DAS Mittel der Wahl, um downloadbare Dateien auf Integrität zu überprüfen. Prof. Xiaoyun Wang hatte jedoch bereits 2004 darauf aufmerksam gemacht (Link: http://www.infosec.sdu.edu.cn/paper/md5-attack.pdf) (PDF-Dokument), dass das MD5-Checksum-Verfahren, keinesfalls so sicher sei wie allgemein behauptet, ihm war es mehrfach gelungen, Sequenzen entsprechender Dateien derart zu verändern, so dass diese Veränderungen keinerlei Auswirkungen auf die Übereinstimmung der besagten MD5-Prüfsummen hatten. Nun ist es Informatikern von der TU Eindhoven (Link: http://w3.win.tue.nl/nl/) gelungen, Dateien trotz Übereinstimmung der MD5-Checksum, derart zu manipulieren, dass diese auf dem Rechner des Nutzers, eine ganz andere Funktionalität aufweisen, wie ursprünglich vorgesehen. Das sehr gut dokumentierte Ergebnis (Link: http://www.win.tue.nl/hashclash/SoftIntCodeSign/) dieser Untersuchung dürfte das Ende des Mythos der MD5-Prüfsumme als nicht manipulierbare Integritätsüberprüfung besiegeln. Schade eigentlich, denn dieses Verfahren hatte einige unschätzbare Vorteile, so z.B. war die Prüfsumme einer Datei unter Linux/Unix dieselbe wie auf einem PC, was die Bereitstellung einer betriebssystemunabhängigen Checksum - seitens eines Anbieters - erheblich erleichtert hat. |