Artikel drucken13.02.2006Hartmut Mehdorn - Der Börsengang und die Pressefreiheit
Hartmut Mehdorn ist ein konsequenter Mann: ungeachtet massiver Kritik und gesunder Skepsis gegenüber den Börsenplänen des Staatskonzerns, bereitet der Bahn-Chef unbeirrt den Börsengang seines Unternehmens vor. Hierbei ist sich der Konzern und Mehdorn nicht zu schade, gegen Kritiker und Bedenkenträger, zu unkonventionellen Mitteln zu greifen.
In einem fünfseitigen Artikel mit dem Titel Mehdorns Malaise, hatte das Wirtschaftsmagazin Capital (Link: http://www.capital.de/) über einen alarmierenden Schuldenzuwachs der Bahn AG berichtet, kritische Töne die Hartmut Mehdorn und seiner Medienabteilung bitter aufgestoßen sein müssten, denn der kritikunfähige Konzern stornierte daraufhin prompt alle zukünftig geplanten (ganzseitigen) Anzeigen in der Zeitschrift. Indes, dürfte die Stornierung der Anzeigen des mit nahezu 20 Milliarden Euro Schulden behafteten Mollochs, einen eindeutigen Angriff auf freiheitliche demokratische Grundprinzipien und Pressefreiheit sein. Mehdorn, der sich mehrfach "unberechtigter" Kritik ausgesetzt sah und kritische Stimmen an seiner Vorgehensweise und Finanzlage der Bahn als gezielte Kampagnen erachtet (Link: http://www.wams.de/data/2006/02/12/844597.html), denkt jetzt offensichtlich, die Stornierungskeule sei ein wirksames Mittel, unliebsame Fragen zu unterbinden. Selbstverständlich hat jedes Unternehmen das Recht, jederzeit über sein Werbebudget frei zu verfügen, doch sollte Kritik an den geplanten Börsengang der Bahn (Link: http://www.buergerbahn-statt-boersenbahn.de/presse/presse-0505-051020.html) als Anlass, auf Medien und Presse, finanziellen Druck auszuüben, von der Öffentlichkeit als Angriff auf die Pressefreiheit geächtet werden. |