Artikel drucken04.03.2006Nachrichtenagenturen kommen der Blogosphäre entgegen
In der Blogosphäre sind Copyright und Urheberrecht nach wie vor ein heikles Thema; die meisten Newsmagazine und Online-Publikationen bezahlen an Nachrichtenagenturen für das Veröffentlichungs- und Verwertungsrecht von News, Blogger bedienen sich diesbezüglich mittels Verlinkung und Zitaten an Inhalten Dritter.
Der Umgang mit den Gepflogenheiten der Blogosphäre hinsichtlich Verwertung von Inhalten, fiel etablierten Nachrichtenagenturen bisher nicht allzu leicht: Agenturen leben vom Verkauf von Meldungen und entsprechenden Verwertungsrechten, Weblogs (Link: http://www.validome.org/blog/topics/Weblog-Welt-5) sind allerdings mehrheitlich nicht unbedingt bereit, hierfür zu bezahlen. Haben Blogs das Recht - etwa in Watchblogs - entsprechende Meldungen kostenlos zu verwerten und wenn ja, warum sollen dann etablierte Webpublisher (nachrichtenmagazine, etc.) dafür bezahlen? Im Rahmen der diesjährigen Konferenz der Online-Publishers-Association, beteuerte (Link: http://www.journalism.co.uk/news/story1736.shtml) Tom Glocer, Chef der Nachrichtenagentur Reuters (Link: http://today.reuters.com/news/home.aspx), seine Agentur werde keine rechtlichen Schritte gegen Blogger einleiten, die Inhalte von Reuters-Meldungen bloggen We like to encourage bloggers to take our RSS feed content and start a conversation around it[...]So if a blogger copies and pastes one of our stories on their site, you won't find us going after them. Diese Entscheidung Reuters, beruhe auf die Einsicht der Agentur um die zunehmende Bedeutung der Blogosphäre in Sachen Austausch und Diskurs und trage veränderten Rahmenbedingungen im Bereich Webpublishing Rechnung, so Tom Glocer gegenüber den Delegierten der Konferenz. Die Brisanz der Diskussion um Zitations- und Urheberrecht (Link: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/) in der Blogosphäre, sowie um Respektierung der schöpferischen Verdienste des Urhebers, dürfte mit dieser Aussage Glocers kaum an Bedeutung verloren haben, vielmehr dürften Nachrichtenagenturen zukünftig mit eindeutigen (und mancherorts stringenteren?) Regelungen dem Weblog-Phänomen begegnen. |