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28.02.2007

Teure Übernahmen - Der Tag der Wahrheit naht

Mit dem Kauf von Skype für über 2,6 Milliarden Dollar, hatte Ebay den Hype um teure Übernahmen und panikartige Web-2.0-Akquisitionen losgetreten. Alles schien möglich, kaufmännische Einwände von Skeptikern wurden öffentlich barsch abgeschmettert.

Obwohl zum Zeitpunkt der Übernahme, Skype nicht einmal die Kosten einfuhr, geschweige denn Gewinne schrieb, kaufte das Auktionshaus den IP-Telefonie-Anbieter für den irrwitzigen Betrag von über 2,6 Mrd. US-Dollar. Skype wäre cool, trendy und unangefochtener Marktführer, hiess es damals. Da die Euphorie der Akquisition skeptische kaufmännische Einwände überwog, existierten zum Zeitpunkt der Übernahme keine (oder offenbar nur unbrauchbare) Erlösmodelle.
Jeder dachte wohl, Ebay (Link: http://www.heise.de/newsticker/meldung/54272) richtet das schon - keine Frage. Bedauerlicherweise muss Ebay jetzt doch nun feststellen, dass man sich das ganze ursprünglich doch ganz anders vorgestellt hatte (Link: http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,461849,00.html): 2007 sollte eine Milliarde USD erwirtschaftet werden, davon ist man jedoch ganz weit entfernt, denn Skype erwirtschaftete 2006 lediglich 195 Millionen Dollar, bei 171 Millionen Nutzern, nicht gerade viel. Zieht man Kosten und (Werbe)Aufwendungen ab, so bleibt sicherlich kein Betrag übrig, den den hohen Kaufpreis gerechtfertigt hätte.

Man dachte wohl zum Zeitpunkt der Übernahme, man würde wohl für immer und ewig Marktführer bleiben, doch Wengo (Link: http://openwengo.com/) und immer lauter werdende Sicherheitsbedenken (Link: http://www.dsltarife.net/news/2570.html) im Zusammenhang mit der Nutzung von Skype in sicherheitsrelevanten Umgebungen (z.B. beim Einsatz in Unternehmen), zogen diesbezüglich dem Unternehmen einen Strich durch die stylische Rechnung.
Wie es sich herausstellen sollte, nutzen viele Anwender die Gratisdienste von Skype, geht es an bezahlte Features, werden allerdings die User knickrig, zudem günstige Tarife für Internet-Telefonie (Link: http://www.dsltarife.net/dsl-voip-1.html) mittlerweile Standard sind. Da aber die gebührenpflichtige, IP-basierte Telefonie ins Festnetz vermutlich ein wesentlicher Baustein der urprünglich aufgemachten ROI-Rechnung war, sieht man jetzt seine Felle davonschwimmen.

Wie in der Wirtschaft üblich, der Tag der Wahrheit naht, Euphorie und Web 2.0 hin oder her: ohne vernünftige Erlöse, ist Skype ein nettes Gimmick aber kein rentables Geschäftsmodell. Planlosigkeit, Euphorie und eine falsche Einschätzung der kaufmännischen Zukunftsperspektive lassen viele Unternehmen scheitern, da steht Ebay mit Skype sicher nicht allein; es stellt sich lediglich die Frage, ob man mit der Einzahlung von 2,6+ Milliarden Dollar auf ein Postsparkonto nicht profitabler agiert hätte...;-)