Artikel drucken06.03.2007Warren Buffett sieht düstere Zukunft für Zeitungsverleger
Im Rahmen der Diskussion um "Heuschrecken" ist sein Name merkwürdigerweise niemals genannt worden: Warren Buffet, zweitreichster Mann der Welt nach Bill Gates und hochgeachteter Investor. Obwohl er zahlreiche Beteiligungen an diversen Verlagen hält, äußert er sich eher pessimistisch hinsichtlich der Zukunft der Printbranche.
Seine Investmentfirma Berkshire Hathaway schrieb im vergangenen Jahr einen Gewinn von 17 Milliarden Dollar, darunter der Gewinn aus der Mehrheitsbeteiligung an der Washington Post. Doch damit könnte es bald vorbei sein, meint Warren Buffett (Link: http://www.berkshirehathaway.com/letters/2006.html) in seiner alljährlichen Ansprache an die Aktionäre von Berkshire Hathaway und erklärt den Erfolg der Zeitungsverleger in früheren Jahren mit Monopol und Nepotismus: When Charlie [Munger, Berkshire Hathaway's vice chairman] and I were young, the newspaper business was as easy a way to make huge returns as existed in America [...] As one not-too-bright publisher famously said, 'I owe my fortune to two great American institutions: monopoly and nepotism.' No paper in a one-paper city, however bad the product or however inept the management, could avoid gushing profits. Durch das Internet, sei das Quasimonopol der Printprodukte nun endgültig zu Ende, meint Buffett, beteuert aber zugleich, dass das wirtschaftliche Potential von webbasierten, kostenfrei zugänglichen Informationen längst nicht vergleichbar sei mit der "Goldgräberstimmung" vergangener (Monopol)Zeiten . . . the economic potential of a newspaper Internet site -- given the many alternative sources of information and entertainment that are free and only a click away -- is at best a small fraction of that existing in the past for a print newspaper facing no competition. Warren Buffett hat (vermutlich längst) erkannt, dass es an der immer schlechter werdenden Erlössituation der Printmedien kaum noch etwas zu retten gibt. Er hat die schleichende Errosion sicherlich aufmerksam verfolgt, nicht zuletzt am Beispiel seiner Vorzeigebeteiligung, der Washington Post, die für das letzte Quartal des Jahres 2006 einen Rückgang der Werbeeinnahmen im Printbereich um 4 Prozent, hingegen im Bereich Online-Werbung eine Steigerung um 28 Prozent vermeldete (Link: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/02/28/AR2007022802114.html). |