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02.05.2007

Freizügiges Bloggen für US-Soldaten ab sofort verboten

US-Soldaten nutzten bisher oftmals Weblogs, um ihre seelische Verfassung, Eindrücke und Persönliches mitzuteilen. Nun befürchtet der oberste Militärstab, dass durch die virtuelle Redseligkeit der Soldaten, militärische Geheimnisse an die Öffentlichkeit gelangen könnten und verpflichtet die Armeeangehörigen, Weblog- und Mail-Inhalte, mit ihren Vorgesetzten abzusprechen.

In einem "streng geheimen" Sicherheitspapier (Operations and Signal Security - OPSEC) aus März 2007, verpflichtet die US-Militärführung seine Soldaten dazu, im Vorfeld der elektronischen Übertragung von Inhalten in Weblogs, Foren oder sogar via Mail, die Inhalte auf Vereinbarkeit mit ihren neuen Richtlinien (PDF-Dokument, ca. 450 kb), mit ihren Vorgesetzten abzusprechen:

g. Consult with their immediate supervisor and their OPSEC Officer for an OPSEC review prior to publishing or posting information in a public forum.
  1. This includes, but is not limited to letters, resumes, articles for publication, electronic mail (e-mail), Web site postings, web log (blog) postings, discussion in Internet information forums, discussion in Internet message boards or other forms of dissemination or documentation.
  2. Supervisors will advise personnel to ensure that sensitive and critical information is not to be disclosed. Each unit or organization's OPSEC Officer will advise supervisors on means to prevent the disclosure of sensitive and critical information.

Verstöße gegen die neuen Regelungen führen demnach zu schweren Folgen für die entsprechenden Soldaten-Blogger, Erscheinen vor einem Militärgericht wegen Hochverrats nicht ausgeschlossen. Von dieser Regelung sind sogar Angehörige der Soldaten betroffen, sie dürfen Erzählungen ihrer Verwandten nicht nach Außen tragen.
Auch wenn diese Neuregelung sicherlich Anlass zu heftigen Reaktionen sein wird, sollte man sich die Frage stellen, wo ist die Grenze zwischen persönlichen Gedanken, Empfindungen und Erlebnissen und dem Ausplaudern militärisch relevanter Informationen? Ist ein Weblog-Beitrag, in dem sich ein Soldat nach Familie und Heimat sehnt, ein Zeichen für schlechte Moral und Verwundbarkeit der Truppe?

Der Verfasser des OPSEC-Papiers scheint die Gedanken von Joachim Panten in Sachen Geheimnisse nicht berücksichtigt zu haben - Panten sagt dazu: "Es gibt zwei Arten von Geheimnissen: solche, die so unwichtig sind, daß man sie bedenkenlos weitergeben kann. Und solche, die viel zu wichtig sind, als daß man sie für sich behalten kann."


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