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03.05.2007

Usability-Studien - Es geht um Verhalten, nicht um Meinungen

Die Aussagekraft von Usability-Studien steht und fällt mit der richtigen Vorgehensweise und Aufbau der entsprechenden Anordnung im Vorfeld der Untersuchung. Im Gegensatz zur Marktforschung, die an Meinungen interessiert ist, geht es bei Usability-Untersuchungen um konkretes Verhalten von Nutzern.

Aus diesem Grund, muss die Auswahl der Studienteilnehmer (Probanden) - vom geographischen Standpunkt her - nicht zwingend repräsentativ sein, meint Jakob Nielsen in einem interessanten Artikel zur Methodik von Usability-Studien. Im Rahmen ihrer Untersuchungen, ist für Marktforscher ein repräsentativer Querschnitt der Befragten von größter Bedeutung; dadurch müsste bei der Auswahl der Studienteinehmer, die Verschiedenartigkeit der Befragten in verschiedenen geographischen Regionen berücksichtigt werden.
Repräsentativität ist somit eine grundlegende Anforderungen an Erhebungen, um zuverlässige Aussagen über Meinungsmuster einer Grundgesamtheit liefern zu können.

Nicht so bei der Untersuchung von Usability, hier spielen geographische oder lagebedingte, kulturelle Unterschiede unter den Studienteilnehmer kaum eine Rolle, so der Erfahrungswert von Nielsen. Hiermit dürfte der geographische Raum als notwendige Teilmenge einer repräsentativen Grundgesamtheit, nicht mehr von großer Bedeutung sein.
Konkret heisst das: Es ist überflüssig, für die Aussagekraft einer Usability-Studie, entsprechende Untersuchungen/Befragungen in verschiedenen Städten oder Regionen durchzuführen, da das Verhalten der Probaden erfahrungsgemäß gleich ausfällt:

But when it comes to reacting to a set of interaction design options, people usually interpret the screen elements the same, no matter where they live. What's easy in one city is just as easy in another city.

Nielsen nennt allerdings auch einige Ausnahmen, in einigen Fällen - z.B. Usability-Untersuchungen bei einem internationalen Publikum, hier finden regional und kulturell bedingte Unterschiede in Verhaltensmustern Berücksichtigung - kann die geographische Varianz im Rahmen eines relevanten Stichprobenplans durchaus eine große Rolle spielen.

Kommentare


#1 tms schrieb am 31.05.2007, 14:23
Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Meiner Meinung nach sollten in Usability-Untersuchungen die Probanden nach Erfahrungen im Netz (Poweruser oder eher Gelegenheitsnutzer) unterschieden werden. Das ist durchaus ein wichtigerer Aspekt als die Tatsache, dass es zwischen den Usern kulturelle und regionale Unterschiede gibt.

#2 Alex schrieb am 31.05.2007, 15:23
Hallo tms,

>Meiner Meinung nach sollten in Usability-Untersuchungen die Probanden nach Erfahrungen im Netz (Poweruser oder eher Gelegenheitsnutzer) unterschieden werden.

Nicht nur das, es kommt auch auf das Verhalten von Anwendern in bestimmten Bereichen an. Beispiel: Wird das Nutzerverhalten für einen IT- oder Computerportal untersucht, kann man davon ausgehen, dass Menschen mit diesem Interessenbereich, eher dem erfahreneren Nutzerkreis zuzurechnen sind, als Anwender mit dem Interessenbereich Lifestyle oder Mode. Dadurch ist auch das Surf-, Navigier- und Bedienungsverhalten der oben angeführten Nutzergruppen sehr verschieden.
Darauf ist bei der Konzeptionierung der jeweiligen Präsenz unbedingt zu achten. Wobei auch hier gilt: Gute Usability bedeutet bestmögliche Bedienbarkeit und Übersicht für den unerfahrensten Anwender / Proband der anvisierten Nutzergruppe.


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