Validome Weblog
11.07.2007Shoppero - Let's talk money
Shoppero ist vor einiger Zeit an den Start gegangen und hat von Anfang an ziemlich viel Kritik einstecken müssen. Es gab etliche Diskussionen um Urheberrecht und Erlösmodelle, einige Blogger fanden die Geschäftsidee gar nicht so originell.
...schliesslich gäbe es ja bereits zahlreiche Meinungsportale wie ciao oder dooyoo, darüber hinaus bemühe sich fast jeder Preisvergleich um User-Feedback zu den angebotenen Produkten, meinten Kritiker. Shoppero hielt dagegen, man sei die einzige Plattform, die den User an Erlösen beteiligt und das zu fairen Konditionen, wie die Betreiber meinen: Jeder Shoppero bekommt 20% der Einnahmen auf den Artikel-Seiten und 60% der Einnahmen aus den Seitenaufrufen, die über Adgets oder Links entstanden sind. Sobald 25 EUR Guthaben angehäuft wurde, wird am Ende des Monats eine Auszahlung bequem über PayPal veranlasst. Offensichtlich tut man sich mit dem erfolgreichen Betrieb und initialer Reichweite im deutschsprachigen Raum schwer, 55 Tage nach dem Start, gab es bei Shoppero ganze 131 User, die eine Bewertung abgegeben haben - trotz angeblich fairer Vergütung. Nicht viel, gemessen an den anfänglichen Ansprüchen. Wenn man DAVON träumt, sollte man sich vor Augen führen, dass man für die Nutzer Anreize schaffen muss. Und schon kommen wir beim lieben Geld an, genauer gesagt bei den Erlösen. Bedenkt man, dass Shoppero gänzlich unbekannt ist, so stellen sich - wenn wir schon mal beim Thema Geld sind - einige Fragen:
Fragen über Fragen...Ohne konkreten Antworten wird man allerdings kaum die Herzen kommerzorientierter Webmaster und User gewinnen können. Einige Erwähnungen in Weblogs und Online-Publikationen reichen offensichtlich nicht mehr aus, damit die "User" in Scharen strömen. Auch in den USA nicht; kommerzorientierte Menschen wollen bekanntlich nicht das Klappern der Mühle hören, sie wollen Mehl sehen...Herr Lumma, Herr Kunath, wo bleibt das Mehl? PS: Der Name Shoppero ist ziemlich unglücklich gewählt, tippt man den Namen mit nur einem "p" ein, so landet man sowohl auf .de, wie auf .com nicht bei Euch. Ist eigentlich bei Namensfindung und -gebung eine elementare Anforderung...;-) Kommentare
#1 Blink schrieb am 11.07.2007, 14:31
Du erwartest doch nicht, daß ein lumma oder kunath stellung dazu nehmen?! Die zwei haben dazu schon einiges auf die ohren bekommen, jetzt suchen sie ihr glück bei den amis. Die sache ist tot, vergiss ganz einfach shoppero!
#2 Follow Me schrieb am 11.07.2007, 15:24
Shoppero
1. war zu spät am Markt. im Sinne von Hype und Bubble 2. hat von Anfang an schwerwiegende Fehler gemacht 3. hat mit Jens Kunath als Investor nicht unbedingt ein Aushängeschild als Frontmann 4. hat als Social-Dings-Plattform den gleichen Charme und Anziehungskraft wie eine marineblau gekachelte Bahnhofstoilette 5. hat es nicht geschafft, sich von einem der 'Großen' kaufen zu lassen (Gründe: Siehe Punkt 1 + 4) Ergebnis --> Daraus wird leider nix! Folgen --> Keine! Lumma ist Blogger der ersten Stunde, ihm verzeiht man einiges, Kunath wird es finanziell wohl verschmerzen können. Es wird nur spannend sein, wie das Ding zur gegebenen Zeit zu Grabe getragen wird. Schlussfolgerung --> Sie haben es probiert und nicht hingekriegt! Nicht weiter schlimm, so ergeht es über 90% der StartUpper. Lehre --> Linkbait und Blogtalk reicht noch lange nicht aus, um aus einer mittelmäßigen Idee, ein profitables Projekt werden zu lassen.
#3 Yehuda schrieb am 11.07.2007, 16:42
Follow Me und Blink,
Mir geht es ganz konkret darum, dass wenn man schon von Erlösen für User oder Web-Publisher spricht, auch konkretere Angaben dazu machen sollte. Die Shoppero-Erlöse waren ja schon einmal Diskussionsgegenstand, konkret hat man sich dazu auch nicht mehr geäussert. Was ich meine: Wenn man ein Affiliate-Programm einbindet, wird von vornherein klar gesagt "Für die Tätigkeit X gibt es Y Euro Provision": Klare Definition der Aufgabe, Klarheit in Sachen Erlöse. Doch wieviel betragen die Einnahmen aus den Artikel-Seiten, bzw. die Einnahmen aus den Seitenaufrufen? Wenn man sich die bisherigen Userzahlen bzw. Vermarktungsbemühungen anschaut, da gibt es aus meiner Sicht wenig Aussicht auf viele Seitenaufrufe...Also, werden auch die anteiligen Erlöse der User/Publisher gegen Null tendieren. Und DAS ist für ein Unternehmen, das die Beteiligung von Usern an Erlösen als Alleinstellungsmerkmal gegenüber Ciao, Dealjäger, Dooyoo herausstellen will, verdammt wenig. @Follow Me Was die allgemeine Zukunftsfähigkeit des Shoppero-Geschäftsmodelles betrifft, halte ich alles für möglich. Vom Erfolg - falls die Macher in Sachen Klarheit und Awareness ihre Hausaufgaben erfüllen - bishin zur Aufgabe der Bemühungen. Was ich allerdings den beiden so schnell nicht zutraue. Um in den USA erfolgreich zu sein, da werden sich die Macher einiges einfallen lassen müssen. Es wird halt immer schwieriger für solche Geschäftsmodelle, es gibt derzeit nicht gerade wenig davon... >4. hat als Social-Dings-Plattform den gleichen Charme und Anziehungskraft wie eine marineblau gekachelte Bahnhofstoilette Muss ich Dir beipflichten, nicht gerade einladend und Usability-technisch eine Katastrophe. Ist aber MySpace auch und da treten sich die Mitglieder gegenseitig die Füße platt...
#4 Blink schrieb am 11.07.2007, 17:23
#3 | Yehuda
Du sprichst von verdammt wenig, ich von rohrkrepierer. Shoppero ist passé, erlöse hin oder her.
#5 Follow Me schrieb am 12.07.2007, 11:03
Wenn es darum geht Erlöse zu erwirtschaften, wird es mit Shoppero noch schwieriger. Aber mit dieser Sache haben noch ganz andere Probleme. Viele User != gute Einnahmen. Shoppero soll aber erst einmal für die Userbasis sorgen und dann Erlöse versprechen. Vielleicht sollten sie sich beim Dariani einige Tipps holen.
#6 Follow Me schrieb am 12.07.2007, 11:10
Noch was: Es ist viel wahrscheinlicher, daß die Sache von Anfang an auf einen schnellen Verkauf hin ausgerichtet war. Da haben die Jungs gar nicht groß über das Thema Erlöse nachgedacht. Da aber jetzt mit einem schnellen Verkauf nix wird, müssen sie sich mal in der Sache bemühen. Adsense reicht nicht. Nicht einmal, um die Putzfrau zu bezahlen.
@Validome Man kann hier bei Euch seine Postings nicht editieren, oder hab ich was übersehen?
#7 Alex schrieb am 12.07.2007, 13:52
@Follow Me
>Man kann hier bei Euch seine Postings nicht editieren, oder hab ich was übersehen? Nein, Du hast nichts übersehen. Die Postings lassen sich nachträglich nicht editieren. @Blink >Shoppero ist passé, erlöse hin oder her. Man sollte das ganze vielleicht etwas gelassener sehen: Schön für die Macher und deren Mitarbeiter wenn es klappt, ansonsten gilt, wie meistens im Leben, "man hat es wenigstens versucht".
#8 Nico schrieb am 14.07.2007, 02:49
mal ein paar Antworten auf die Fragen:
1. anzahl der user in D: wir sind sehr früh gestartet, weil ich gerne das konzept diskutiert haben wollte. das ist durchaus gelungen... wir haben in der zeit nach dem launch etliches verbessert und sukzessive released. so langsam bekommt das produkt die nötige reife, die es benötigt, wenn wir wirklich viele user erreichen wollen. 2. höhe der werbe-einnahmen: wir nutzen adsense, weil es gerade im bereich produkte aussagekräftige werbung liefert. da es sich hierbei nicht um speziell gebuchte kampagnen handelt, können wir auch im vorfeld nichts zu den zu erwartenden einnahmen sagen. 3. warum gerade bei shoppero schreiben? weil unsere plattform die user nachhaltig an den einnahmen beteiligt. im gegensatz zu einer prozentualen beteiligung am abverkauf ist die beteiligung an den werbe-erlösen auch bei wenigen PIs, die ein einzelner user evtl. nur erreicht, durchaus planbar. 4. noch mal ein paar sätze zur zielgruppe. sicherlich freuen wir uns über jeden, aber webmaster oder web-publisher haben sicherlich bereits etliche monetarisierungs-optionen. unser zielgruppe hat eben nicht die möglichkeit, mal eben adsense einzubinden oder ein affiliate-programm, möchte aber bspw. dennoch auf einem social network profil ein adget einbinden und etwas geld verdienen. 5. der weg in den westen macht für uns durchaus sinn, denn social networks sind in den usa einfach bereits weiter verbreitet als hier. leute melden sich gerne an und testen sachen aus, hier in D wird lieber erstmal rumgenölt, dass eh alles nix werden kann. und zum abschluss möchte ich noch mal kurz alex recht geben und hinzufügen: "wichtig ist aufm platz."
#9 Alex schrieb am 14.07.2007, 12:47
@Nico
>wir sind sehr früh gestartet, weil ich gerne das konzept diskutiert haben wollte. das ist durchaus gelungen Bezogen auf die technische Umsetzung bin ich anderer Ansicht. Wie kann man mit einer derart primitiven PHP-Software, dermaßen in die Kloschüssel greifen? Da kann man nur mit dem Kopf schütteln... Auch wenn es (fast) alle "Web-2.0"-Klitschen machen, mit halbgarer Bugware geht man nicht an den Markt. Das spricht nicht gerade für Können auf Entwicklerseite und Weitsicht auf Geschäftsführungsebene - ausser man kennt es nicht anders... Die Kritik über die Sache mit den Erlösen kann ich nicht ganz nachvollziehen, hätte persönlich gar keine Zeit um Reviews zu schreiben, darüber hinaus schenke ich dem Geschreibsel auf Meinungsplattformen eh keinen Glauben. Und das aus gutem Grund. Bei aller berechtigten Kritik in Sachen Shoppero, finde ich, dass vieles von dem was in dieser Richtung geschrieben wurde und wird, von Mißgunst und Gehässigkeit geprägt ist. Man wird den Eindruck nicht los, dass sich manche sehnlichst wünschen, dass Euer Projekt scheitert. Dazu fällt mir nur ein: "Die Hunde bellen, die Karawanne zieht vorbei".
#10 Nico schrieb am 14.07.2007, 21:54
naja, das mit der kloschüssel ist so eine sache. irgendwann haut eben ein zeitplan nicht mehr hin und dann released man etwas, was noch unrund ist. das ist dann nicht so schön, aber auch kein wirkliches drama, finde ich. aber da kann man anderer meinung sein.
das mit mißgunst und gehässigkeit finde ich etwas anstrengend. kritik kann ich nachvollziehen, aber diese wünsche, dass man schleunigst pleite gehen soll, kann ich nicht nachvollziehen. es gibt keinerlei pflicht, shoppero zu nutzen, man kann es auch einfach ignorieren, wenn man das produkt nicht mag. ich hingegen will eine firma aufbauen, leute einstellen, gut bezahlen und nachhaltig für mikro-monetarisierung auf user-seite sorgen.
#11 Follow Me schrieb am 23.07.2007, 03:25
"irgendwann haut eben ein zeitplan nicht mehr hin und dann released man etwas, was noch unrund ist."
Mag Usus sein, spricht aber nicht für Professionalität und Erfahrung. "Schüsse aus der Hüfte" gingen auch im Wilden Westen meist daneben. Betrachtet man den Alexa Rank von Shoppero und bedenkt man dabei, daß sogar Arrington darüber berichtet hat, so waren und sind die Userzahlen enttäuschend. Und damit einhergehend, auch mögliche Einnahmen. |
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