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08.10.2007

Web 2.0 und Karl Marx

In der Welt des Web 2.0, ist der Begriff Erschaffen völlig in den Hintergrund getreten. Statt dessen wird kommuniziert, aufgedeckt, verwiesen, diskutiert und kräftig vernetzt. Ist dies jedoch unbedingt produktiv?

Wo bleibt da die Substanz? Es scheint niemanden zu interessieren, über etwas zu diskutieren, ist derzeit wohl wichtiger als der eigentliche Gegenstand der Diskussion. Dies ist aber keinesfalls ein neues Phänomen, Karl Marx hat sich bereits vor über hundert Jahren zu diesem Thema wie folgt geäußert: "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kömmt drauf an, sie zu verändern."

Nicht dass ich die versammelten Kommunikations-, Networking- und Web-2.0-Propagandisten zu Philosophen adeln wöllte - in beträchtlicher Lautstärke postulierte Alltagsbanalitäten und substanzlose Buzz-Phrasen gehören nun einmal nicht zwingend zum Repertoire von wirklichen Denkern oder gar Vorreitern. Aber mal ehrlich, wer assoziiert schon Web 2.0 mit Denken oder Fortschritt?
Um auf den Gedanken von Marx zurück zu kommen: Im Web 2.0 wird eigentlich nicht einmal interpretiert, es wird kopiert, umverpackt, oder neu aufgewärmt. Faul, phantasie- und lieblos, Wrapping und Meta-X als Massenbewegung. Es gibt sogar Zeitgenossen, die diese Erscheinung als urbanes Pennertum bezeichnen...wenn auch im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage der selbsternannten Weltveränderer.


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