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30.10.2007

Die Zukunft der Desktop-Software

Die seit Jahren andauernde Diskussion um die Zukunft der Desktop-Software erhält in diesen Tagen zunehmend Zündstoff. Doch von der angekündigten Verdrängung lokaler Anwendungen durch Web-Applikationen ist weit und breit noch nichts zu sehen.

Die Vision der Websoftware-Advokaten: Webbasierte Software ("Software as a Service") die überall zugänglich ist, wo ein Internetzugang besteht. Mehr als ein Browser wird nicht benötigt. Software mit Client-Server-Architektur, die Daten werden serverbasiert gespeichert und stehen jederzeit, jedem Nutzer mit entsprechender Zugangsberechtigung zur Verfügung.
Die Realität: Auf Server gespeicherte Daten können nicht nur von Adressaten mi entsprechender Berechtigung abgerufen werden, mangelhaft und ohne Sicherheitskompetenz konfigurierte und schlampig gewartete Server, bieten auch technisch versierten Hackern die Möglichkeit, sich unberechtigten Zugang zu empfindlichen Daten zu verschaffen. Die Alternative: Speicherung und Handling von Daten durch kompetente Web-Services-Anbieter. Doch sind hier empfindliche Daten - gerade im Bereich Unternehmensdaten - vor neugierigen Augen tatsächlich sicher?
Die Performanz webbasierter Applikationen, lässt im Verhältnis zu lokalen Anwendungen, ebenfalls stark zu wünschen übrig, ein Highspeed-Internet auf breiter Basis, das diese Nachteile vollends kompensieren würde, bleibt vorerst ein Wunschtraum. Bestes Beispiel: Google Docs vs. MS-Office und OS-Officeanwendungen wie OpenOffice oder StarOffice - die Möglichkeiten der webbasierten Amwendungen sind im Verhältnis zur entsprechenden Desktop-Software eher bescheiden.

Es gibt im Rahmen dieser Diskussion noch zahlreiche, weitere Punkte, die von den jeweiligen Verfechtern leidenschaftlich angeführt werden - ein maßvoller und bedarfsorientierter Kompromiss wird in diesem Bereich mit hoher Sicherheit das Rennen machen. Zu sehr wird die Debatte durch die jeweiligen wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Propagandisten geprägt, jede Partei versucht hier, ihre Lösungen zum Allheilmittel zu erheben.
Doch auch eingefleischte Dogmatiker und Evangelisten beider Richtungen müssen zunehmend eingestehen, dass der "goldene Weg" in einer vom Anwender uneingeschränkt nutzbaren und all seine Ansprüchen genügenden Lösung besteht. Diese Erkenntnis scheint sich nun auch in Redmond langsam durchzusetzen, die diesbezüglichen Aussagen von Jeff Raikes - Microsoft-Verantwortlicher für Unternehmenssoftware - sind nicht wirklich überraschend:

It's interesting some our competitors who like to espouse the idea that software is dead [...] I think they're worried that actually people like a lot of what they have at their fingertips and the real success is to use a combination.

Desktop-Software wird nie aussterben. Sie wird sich sinnvoll mit entsprechend gestalteten Web-Anwendungen ergänzen, immer schnellere Internetverbindungen und rasante Fortschritte bei den Entwicklungsmöglichkeiten webbasierter Applikationen werden zukünftig einen ausgewogenen Mix beider Typen zum Quasistandard in der Software-Welt gedeihen lassen.


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