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03.11.2007

Vergleich Einkommen Bahnvorstände vs. Lokführer

Der Bahnstreik ist seit Wochen Gegenstand kontroverser Diskussionen und diverser Medienkampagnen. Es geht um die Forderungen der Lokführer-Gewerkschaft GDL nach einem eigenständigen Tarifvertrag und ca. 30 Prozent mehr Gehalt. Zeit, einen Blick auf die Einkommen der Lokführer und Bahnvorstände zu werfen.

Die Forderung der GDL nach ca. 30 Prozent mehr Gehalt sei "maßlos", gefährde die wirtschaftliche Situation der Bahn und sei somit unsinnig, behaupten unaufhörlich die Bahnvorstände. Ein Blick auf die Entwicklung der Bezüge der Bahnvorstände über die letzten Jahre, offenbart allerdings, dass die Forderung der GDL nach 30% für die Lokführer, im Vergleich zu der Gehaltsdynamik der Vorstände, eher bescheiden ausfällt.
Wie der Focus bereits am 15.10.2006 berichtete, waren die Bezüge der Bahnvorstände seit Amtsantritt des "knallharten Sanierers" Hartmut Mehdorn um 300 Prozent, von 3,68 auf 14,69 Millionen Euro gestiegen. Und DAS in nur sechs Jahren, von 1999 bis 2005.

Seit dem Amtsantritt von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sind die Bezüge für die acht Vorstandsmitglieder um 300 Prozent gestiegen, wie die "Bild am Sonntag" berichtet. Laut Geschäftsbericht hätten sie sich in den Jahren 1999 bis 2005 von 3,679 Millionen Euro auf 14,693 Millionen Euro erhöht.

Die GDL offeriert diesbezüglich noch ganz andere Zahlen: Laut einem Bericht der Märkischen Allgemeinen, hatte die GDL Mitte Oktober an streikende Lokführer Handzettel verteilt, auf denen von 547,41 Prozent (von 1999 bis 2007) Einkommenssteigerung bei den Bahnvorständen die Rede ist. Unterstellen wir, dass die von der GDL präsentierten Zahlen "böswillig aufgemotzt" wären, bleiben da immer noch die Zahlen von 2006 in Erinnerung, 300 Prozent mehr Einkommen in nur sechs Jahren ist ja auch nicht schlecht. Doch falsch gedacht, im oben genannten Focus-Bericht weist die Bahn die Kritik an die wundersame Einkommenssteigerung zurück mit den Worten

"Im Vergleich zu anderen Unternehmen dieser Größenordnung bewegen sich die Vorstandsgehälter im unteren Bereich", sagte ein Unternehmenssprecher.

Bestens. Man sollte die Einkünfte der Bahnvorstände mit den Einkünften von Vorständen aus Unternehmen vergleichbarer Größe vergleichen, sagt die Bahn. Prima. Dann übertragen wir mal einfach diese Aussage des Konzerns auf die Lokführer und vergleichen die Gehälter der DB-Lokführer mit dem Einkommen von Lokführern "vergleichbarer Unternehmen" aus benachbarten europäischen Staaten. (Quelle: Der Morgen)

Vergleich Einkommen Lokfuehrer Europa

Und siehe da, das Einkommen der deutschen Lokführer erweist sich im europäischen Vergleich mehr als kärglich, sogar in Italien - nicht unbedingt bekannt für fürstliche Bezahlung von Angestellten in derartigen Positionen - verdienen Lokführer erheblich mehr als in Deutschland. Wirft man gar einen Blick auf die Einkommen schweizer oder spanischer Lokführer, da könnte man als deutscher Kollege heulen, diese verdienen knapp 70 bis 200 Prozent mehr.

Disclaimer: Es geht in diesem Beitrag nicht um den Ruf nach vergleichbaren Gehältern von Managern und Lokführern. Es geht auch nicht um den Ruf nach Gerechigkeit. Es geht um die Impertinenz und Verlogenheit hochbezahlter Bahn-Schergen Bahnvorstände, die Wasser predigen, aber selbst - hinter den Kulissen - in Sekt baden. Es geht um Maßlosigkeit der durch die deutsche Wirtschaftslandschaft marodierenden Mercenarios, die mit verlogenen Kampagnen von ihrer Selbstbedienungsmentalität auf Kosten anderer, ablenken wollen.

Kommentare


#1 Stift schrieb am 21.11.2007, 07:06
Damit man als Vorstand in Sekt baden kann, m.u.s.s. man die Angestellten beim Wasser halten. Woher soll sonst die Kohle für den Sekt kommen?
Ansonsten, aufschlußreiche Zahlen. Wusst ich so nicht.

#2 Yehuda schrieb am 21.11.2007, 10:43
Stift,
Man muss als Unternehmer, GF, oder Vorstand nicht zwingend in Sekt baden. Bescheidenheit hat noch niemandem geschadet, ein arroganter oder protziger Auftritt, hingegen schon. In diesem Beitrag geht es nicht darum, dass ein Vorstand mehr verdient als ein Angestellter (in diesem Fall, ein Lokführer). Es geht darum, dass sich die Bahnvorstände dreistellige Bezugserhöhungen gönnen und gleichzeitig bei den vergleichsweise bescheidenen Forderungen ihrer Angestellten, "Skandal" schreien.

#3 Stift schrieb am 21.11.2007, 12:22
Schon klar. Was ich sagen wollte, ist, daß wenn man als Chef in Sekt baden will, muss man die Mitarbeiter verdienstmäßig kurz halten. Wird meistens in der Wirtschaft so gehandhabt.


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