Validome Weblog
11.03.2006Warum Textanker problematisch sein könnten
Wird auf einer Website viel Text eingesetzt, bedienen sich viele Webmaster der Ankerlinks (Textanker) als Navigations- und Gliederungselement und glauben, durch das Setzen dieser Lesezeichen, dem User eine besondere Hilfe in Sachen Gliederung und Übersichtlichkeit des Dokumentes zu sein.
Das W3C spricht im Zusammenhang mit Links zuerst zwar darüber, daß standardmäßig, über einen Link eine andere Web-Ressource zugänglich gemacht wird, einige Zeilen später jedoch - im Rahmen der Beschreibung verschiedener Linktypen - werden Textanker als Navigationselement (z.B. Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses innerhalb eines Dokumentes) dem User "angedient". Es bleibt also festzuhalten, daß es an einer korrekten Verwendung von Ankerlinks formaltechnisch nichts auszusetzen gibt, die W3C-Dokumentationen führen Ankertexte und Fragmentbezeichner explizit als gestalterisches Element auf. Jakob Nielsen sieht diesen Sachverhalt komplett anders und bezweifelt in seinem neuerlichen Artikel die Sinnhaftigkeit von Ankerlinks aus Usability-technischen Gründen; Nielsen argumentiert damit, daß User mit der Verfolgung (Anklicken) von Links, bestimmte Vorstellungen verknüpfen: Users have developed a strong mental model for link following, which has several elements:
Because almost all clicks work this way, users have very strong expectations that the Web will work this way. It's a simple model that makes sense. Aus Nielsens Sicht, sind Ankertexte eher Scrollbalkenersatz als Navigationshilfe, da das Anklicken des Hyperlinks nicht zu einer neuen Web-Ressource (allerdings im gleichen Browserfenster) führt, eine Tatsache, die bei normalen Usern mehr Verwirrung stiften, denn klare Strukturierungshilfe leisten würde.
In diesem Zusammenhang, gibt es in unserem Forum einen aktuellen Thread zum Thema Textanker, molily vertritt die Meinung, der Validome-Hinweis "Fehler: Der Link "#" verweist auf einen nicht existierenden Anker" wäre übertrieben und hierfür gäbe es keinerlei praktische und logische Erfordernis. Dokumente, die Linkverweise beinhalten, die den User ins Leere führen - sei es externe, "tote" Links oder Verweise auf nicht existierende Anker - können nicht Webstandards entsprechen, allerdings sollten wir zügig einen Link-Checker implementieren, der Webautoren das Aufspüren und Beseitigung dieser Mängel ermöglicht; in Sachen Linkverweise, wäre sogar ein automatisiertes Monitoring-Tool für Webpräsenzen von unschätzbarem Vorteil. |
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