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06.01.2007

Erdnüsse gefährlicher als Terroristen?

Manche amerikanische Politiker halten Terroristen für die derzeit größte Bedrohung für die Menschheit - und zetteln schon mal hier und da einen aus ihrer Sicht ehrbaren Krieg an. Es gibt aber auch Amerikaner die meinen, dass man Erdnüsse mehr als den Terrorismus fürchten sollte.

Der renommierte Experte für nationale Sicherheit und Professor an der Ohio State University John Mueller konstatiert in seinem neuen Bericht A False Sense of Insecurity (PDF-Dokument), es seien seit 1960 genau so viele Amerikaner durch Terrorismus umgekommen, wie beispielsweise durch allergische Reaktionen auf Erdnüsse:

Even with the September 11 attacks included in the count, the number of Americans killed by international terrorism since the late 1960s (which is when the State Department began counting) is about the same as the number of Americans killed over the same period by lightning, accident-causing deer, or severe allergic reaction to peanuts.

Statistisch gesehen, sind also Terroristen und Erdnüsse - als Gefahr für die amerikanische Bevölkerung - gleich zu setzen. Diese Aussage wird gewisse Kreise sicher nicht in Jubel ausbrechen lassen, zudem John Mueller auch noch behauptet

Assessed in broad but reasonable context, terrorism generally does not do much damage. The costs of terrorism very often are the result of hasty, ill-considered, and overwrought reactions.

Und diese Aussage gerade jetzt, wo doch schon die Demokraten den Truppenverstärkungsvisionen des größten amerikanischen Feldherren aller Zeiten einen Riegel vorschieben wollen.
Wenn George W. mehr Gespür für Sachlichkeit hätte, müsste er die Erdnussernte vernichten lassen - aber seine Berater haben vermutlich Erdnüsse noch nicht als Weapons of Mass Destruction kategorisiert.

Kommentare


#1 mendoza schrieb am 08.01.2007, 04:12
Im Endeffekt beschreibt der Report etwas, was viele Menschen schon lange ahnten: die Hysterie um die Terrorbekämpfung wird geschürt um Grundfreiheiten einzuschränken und die Privatsphäre offenzulegen.
Ich weiss es nicht genau, aber vermutlich tragen auch Fahrradunfälle viel mehr zum Tod unschuldiger Menschen bei als Terroristen. Politik ist eben ein verlogenes und schmutziges Geschäft.

#2 Yehuda schrieb am 08.01.2007, 10:21
Ja, mit der Erzeugung von Hysterie lässt sich eine Menge erreichen: der räuberische Griff in die Taschen der Steuerzahler (Argument: "Terrorbekämpfung kostet Geld!"), zweifelhafte Gesetzänderungen, usw, usw.
Demnach ist Hysterie und Schüren von Angst in der Bevölkerung ein probates Mittel der Nomenklatura, um sich die Taschen zu füllen oder an politischem Einfluß zu gewinnen. Ich meine, ich habe nichts gegen clevere und einträgliche Geschäftsideen, aber wenn man hierzu Terroristen als Argument braucht, das muß nicht unbedingt sein ;-)


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