25. Mai 2012

Content Farms und der Wolf im Schafspelz

content farms Content Farms und der Wolf im Schafspelz

Content Farms - Spam?

Der zunehmende Erfolg des US-Unternehmens Demand Media liefert der kritischen Webgemeinde reichlich Diskussionsstoff. Hauptkritikpunkte sind in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass Demand Media in erster Linie, seine Online-Inhalte, nach Begehrlichkeit verschiedener Suchbegriff-Kombinationen in Suchmaschinen erstellt (Eigene Aussage: “Wir beachten die Interessen und thematischen Begehrlichkeiten der Internetnutzer!”). Darüber hinaus, scheint Demand Media seine Redakteure nicht allzu üppig zu entlohnen: 20 US-Dollar sind für die Erstellung und Bearbeitung eines Videobeitrags wahrhaftig nicht zu viel.

Der interessanteste Punkt dieser lebhaft geführten Diskussion ist allerdings der in diesem Zusammenhang genannte Begriff “Content Farms”. Diese Online-Inhalte hätten weder mit Journalismus, noch mit seriöser Publizistik etwas zu tun, kolportiert die Branche. Die TAZ spricht sogar von “Schrott auf Bestellung“, die FAZ bezeichnet das Konzept verächtlich als “Journalismus von der Resterampe“. Derartige Aussagen beschreiben beispielhaft die Verachtung, mit der vermeintlich seriöse Publizisten, diese Art von Angeboten öffentlich abwatschen. Hinzu kommt, dass Google vor einigen Monaten, sogenannten “Content Farms” dem Kampf angesagt hat. Und obwohl Google niemals explizit erklärt hat, wie dieser Begriff zu verstehen ist, brachten weite Teile der Webgemeinde diesen Begriff schnell in Verbindung mit den Online-Aktivitäten von Demand Media oder vergleichbarer Unternehmen. Und die namhaften Web-Publisher übernahmen dankbar die Steilvorlage und verwandelten diese (durch Google niemals bestätigte Aussage) zum Axiom.

Die selbsterklärten Gralshüter des “Qualitätsjournalismus” staunten allerdings nicht schlecht, als nach Googles Content-Farm-Update, Demand Media und andere Verdächtige, rankingtechnisch kaum betroffen waren. Offenbar teilt Google – zumindest in dieser Angelegenheit – kaum die einhellig erscheinende Meinung zu “Content Farms”.
Verschiedene Äusserungen von Matt Cutts deuten eher darauf hin, dass Google bei diesem Update “Scrape-Sites” im Visier hatte: Dies sind aus Googles Sicht Seiten ohne eigenen Inhalten, Seiten die fremde Content-Snippets zusammenmixen, oder sogar 1:1 übernehmen. Dort werden also Inhalte präsentiert, die genau in der vorliegenden Form, woanders im Internet ebefalls zu finden sind.
Es ist wichtig, in diesem Zusammenhang festzustellen, dass sich Google in diesem Fall nicht angemaßt hat, über die Qualität von Inhalten zu urteilen, sondern darauf abzielte, für den Suchenden wertlose Duplikate oder “Near-Duplicates” rankingtechnisch abzustrafen. Wie sollte Google auch die Inhalte von Demand Media herabstufen, wenn diese Inhalte “individuell” erstellt sind? Für all die “Qualitätsmedien” sei gesagt, ein derartiges Urteil, hätte auch eine Herabstufung auch renommierter Verlage bedeuten müssen, denn die News der Mainstream-Medien sind keinesfalls “einmalig”: Die Nachricht über das verlorene Heimspiel von Bayern Münchem gegen Borussia Dortmund findet sich beispielsweise hundertfach im Internet – die Quintessenz ist stets die selbe. Lediglich leichte Nuancen, Verweise und diverse Zusammenhänge, ändert nichts daran, dass Bayern München zu Hause mit 1:3 gegen Dortmund verloren hat.
Welche der über hundert News zu diesem Thema ist also “wertvoll” für den Internetnutzer? Welche ist “nutzlos”? Im Sinne der publizistischen Vielfalt, sollte dies doch bitte schön der Rezipient entscheiden – und nicht die Verlage oder gar Google. Der Rezipient hat hier die Entscheidungsgewalt. Die Eigeninteressen der Publisher sind eh klar – die eigenen Inhalte sind die besten, meint man zu wissen. icon wink Content Farms und der Wolf im Schafspelz

Bei näherer Betrachtung, finden sich allerdings in den Reihen der selbsterklärten Saubermänner und Scharfrichter etliche Wölfe im Schafspelz.

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  1. [...] Webinhalten weiterhin entfacht. Auch wenn im Zusammenhang mit der HuffPo, bisher der Begriff “Content Farm” (noch) nicht gefallen ist, so beschäftigt der Erfolg der Huffington Post sämtliche [...]

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